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Herkunftsnachweis für Ökostrom – Das System erklärt

Was bedeutet ein Herkunftsnachweis wirklich? Kann man damit echten Grünstrom garantieren – oder ist es ein Schlupfloch für Greenwashing? Dieser Ratgeber erklärt das europäische System, seine Schwachstellen und wie Verbraucher erkennen, ob ein Tarif wirklich grün ist.

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Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Herkunftsnachweis (HKN): Zertifikat, das bescheinigt, dass Strom aus erneuerbaren Quellen stammt
  • Das Problem: Zertifikat ≠ physischer Strom – können getrennt gehandelt werden
  • Szenario: Kohlekraftwerk in Deutschland + Wasserkraft-HKN aus Norwegen = „Ökostrom"
  • Lösung: zusätzliche Labels wie ok-power oder Grüner Strom Label
  • Verbraucherschutz: Echte Öko-Anbieter haben mehrere Zertifizierungen
  • Aktuell in Bewegung: EU diskutiert strengere Regeln für Greenwashing

Wie das Herkunftsnachweissystem (HKN) funktioniert

Ein Herkunftsnachweis ist ein digitales Zertifikat, das für jede Megawattstunde (MWh) erneuerbarer Strom ausgestellt wird. In Europa wurde dafür das EECS-System (European Energy Certificate System) entwickelt.

So funktioniert das System in 4 Schritten:

  1. Grüner Strom wird erzeugt: Windpark in Dänemark produziert 100 MWh Windstrom
  2. HKN wird ausgestellt: Für jede MWh erhält der Windpark ein digitales Zertifikat
  3. HKN kann gehandelt werden: Das Zertifikat wird verkauft – unabhängig vom physischen Strom!
  4. Stromanbieter nutzt HKN: Ein anderer Anbieter (z.B. in Deutschland) kann sagen: „Das ist unser Grünstrom"

Das Problem: Zertifikat ≠ Physischer Strom

⚠️ Das Kernproblem des HKN-Systems:

Herkunftsnachweise bescheinigen nur die Existenz von Grünstrom – nicht, dass dieser Strom auch zu Ihnen ins Haus fließt. Ein Kohlekraftwerk kann „Grünstrom" verkaufen, weil es ein HKN-Zertifikat kaufte.

Realistisches Beispiel:

Was real passiert:
Norwegischer Wasserkraftanbieter erzeugt 100 MWh → 100 HKN-Zertifikate
Deutsches Kohlekraftwerk verkauft Kohlestrom → 100 MWh physisch
Stromanbieter A kauft die 100 HKN → Verkauft jetzt als „Ökostrom"
Ergebnis: Kohlestrom wird Grünstrom genannt = Greenwashing

Wann sind Herkunftsnachweise sinnvoll?

HKN-Zertifikate sind nicht per se schlecht – aber sie brauchen Zusätze:

Szenario Herkunftsnachweis ausreichend? Zusätzliche Anforderung
HKN allein ❌ Nein Zu viel Spielraum für Greenwashing
HKN + ok-power Label ✅ Ja Zusätzliche unabhängige Zertifizierung
HKN + Grüner Strom Label ✅ Ja Deutsche Kontrollstelle, hohes Standard
HKN + Additionality-Kriterien ✅ Gut Finanzierung neuer Anlagen gefordert

Additionality: Was echte Öko-Labels fordern

Stricte Öko-Labels gehen einen Schritt weiter:

Additionality-Anforderung: Der Stromanbieter muss nicht nur bestehende Grünstrom-Anlagen unterstützen, sondern neue Windparks oder Solaranlagen finanzieren. Das garantiert echte Zusatzwirkung.

  • ok-power fordert: Neue Anlagen oder Modernisierung alter Anlagen
  • Grüner Strom Label fordert: Mindestens ein Cent pro kWh für neue Anlagen
  • Reine HKN: Keine Additionality gefordert

Wie man echte grüne Anbieter erkennt

Checkliste: Ist der Anbieter wirklich grün?

  • ok-power Logo auf der Website sichtbar?
  • Grüner Strom Label oder TÜV-Zertifikat?
  • Transparenzbericht: Wo kommt der Strom her? (Konkrete Anlagen genannt?)
  • Additionality-Info: Finanziert der Anbieter neue Anlagen?
  • Preis: Ähnlich wie konventionelle Tarife oder teurer?
  • Externe Links: Verifizierbar unter ok-power.de oder groenerstromlabel.de?

Verifikation: So überprüfen Sie HKN-Zertifikate

Sie wollen sicher sein, dass ein Anbieter wirklich Herkunftsnachweise hat? Hier können Sie das überprüfen:

Offizielle Registrierungen & Datenbanken:

  • Marktstammdatenregister (MaStR): Alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland eingetragen – marktstammdatenregister.de
  • ok-power Anbieter-Liste: Alle zertifizierten Anbieter auf ok-power.de
  • Grüner Strom Label Datenbank: Deutsche zertifizierte Anbieter unter gruenerstromlabel.de
  • EECS-Registrierungen: Herkunftsnachweise werden in europäischen Registern erfasst (nicht öffentlich einsehbar, aber Anbieter müssen Nachweise erbringen)

Häufige Fragen

Kann ein großer Energiekonzern echten Ökostrom verkaufen?

Ja, aber nur wenn er zusätzliche Standards einhält. Konzerne wie E.ON oder Vattenfall haben ok-power oder Grüner Strom Tarife – aber oft auch konventionelle Tarife. Der Mix ist entscheidend.

Sind Herkunftsnachweise aus dem Ausland wertlos?

Nein – der europäische Strommarkt ist verbunden, und Wasserkraft aus Norwegen ist echte erneuerbare Energie. Das Problem ist nicht die Herkunftsregion, sondern ob der Anbieter echte Zusatzwirkung (Additionality) bietet.

Was plant die EU gegen Greenwashing?

Die EU arbeitet an strengeren Regeln. Geplant ist, dass HKN-Zertifikate gekennzeichnet werden müssen nach Herkunftsregion und dass Greenwashing-Vorwürfe schneller geahndet werden. Bis dahin: Auf Labels und Transparenz achten.

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Quellen & Weitere Informationen: