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Biogas-Tarif 2026: Was steckt wirklich drin – und lohnt sich Ökogas?

Viele Gasanbieter bewerben ihre Tarife mit Begriffen wie „Ökogas", „Biogas" oder „100 % erneuerbares Gas". Aber was steckt wirklich dahinter? Wird tatsächlich anderes Gas geliefert – oder ist das nur ein Zertifikat auf dem Papier? Dieser Ratgeber erklärt es ehrlich und zeigt, ob sich Biogas-Tarife 2026 lohnen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Biogas-Tarife basieren meist auf Zertifikaten, nicht auf physisch geliefertem Biogas
  • Das Gasnetz transportiert immer eine Gasmischung – Biogas ist darin nicht separat
  • Biomethan-Anteil in Deutschland 2026: noch immer unter 5 % am Gesamtgasnetz
  • 10 % Biogas-Tarife = 10 % zertifiziertes Biogas, 90 % Erdgas
  • Preisaufschlag für Biogas: 0,5–2 ct/kWh – bei 15.000 kWh/Jahr: 75–300 €/Jahr mehr
  • Alternative: Wärmepumpe statt Gasheizung – langfristig klimafreundlicher

Was ist Biogas – und woher kommt es?

Biogas entsteht durch die anaerobe Vergärung organischer Materialien – also ohne Sauerstoff. Quellen sind:

  • Landwirtschaft: Gülle, Tiermist, Pflanzenreste (Maissilage, Stroh)
  • Bioabfälle: Küchenabfälle, Grünschnitt, Biotonnen-Inhalt
  • Abwasser: Klärgas aus Kläranlagen
  • Deponiegas: Methan aus alten Mülldeponien

Das Rohbiogas wird aufbereitet zu Biomethan (Methananteile über 95 %) und kann dann in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden. Es hat dieselben chemischen Eigenschaften wie Erdgas und lässt sich problemlos mischen.

Das Zertifikat-System: Was bedeutet „10 % Biogas"?

⚠️ Die Wahrheit über Biogas im Gasnetz

Das Erdgasnetz transportiert immer eine physische Gasmischung. Wenn Ihr Anbieter sagt: „10 % Biogas", bedeutet das nicht, dass durch Ihre Leitung 10 % Biomethan fließt. Es bedeutet: Der Anbieter hat für 10 % Ihrer Gasmenge ein Herkunftszertifikat für Biomethan erworben – analog zum Ökostrom-Zertifikat im Strombereich.

Das Zertifikat-System heißt in Deutschland Biogasregister Deutschland, betrieben von der DVGW. Es ähnelt dem Herkunftsnachweisregister beim Ökostrom: Wer Biomethan produziert, bekommt Zertifikate, die er verkaufen kann – auch an Anbieter, die physisch gar kein Biomethan ins Netz einspeisen.

10 % vs. 100 % Biogas: Was ändert sich wirklich?

Aspekt 10 % Biogas-Tarif 100 % Biogas-Tarif
Physisches Gas 90 % Erdgas, 10 % zertifiziert 100 % zertifiziert – immer noch Erdgasmischung im Netz
CO₂-Bilanz 10 % weniger CO₂ auf dem Papier Theoretisch klimaneutral (zertifiziert)
Preisaufschlag 0,3–0,8 ct/kWh mehr 1–2 ct/kWh mehr
Für 15.000 kWh/Jahr + 45–120 €/Jahr + 150–300 €/Jahr
Tatsächliche Wirkung Gering – hauptsächlich Zertifikatskauf Fördert Biomethan-Produktion indirekt

Ist Biogas wirklich klimafreundlicher als Erdgas?

Die Antwort ist: Ja, aber mit Einschränkungen:

Pro: Biogas ist erneuerbar

Biomethan aus Gülle oder Bioabfall nutzt CO₂, das ohnehin entstünde. In der Bilanz ist es weitgehend klimaneutral bis klimaschonend im Vergleich zu Erdgas (fossilem Methan).

Contra: Maissilage-Problem

Biogas aus Energiemais hat eine schlechtere Klimabilanz als aus Abfällen – und verdrängt Lebensmittelanbau. Echtes Ökogas nutzt idealerweise Abfall- und Reststoffe, keine Energiepflanzen.

Contra: Methan-Leckagen

Beim Transport und der Produktion entweicht immer etwas Methan – ein starkes Treibhausgas. Die Klimabilanz ist nie perfekt, auch bei Biogas nicht.

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Alternative: Wärmepumpe statt Gasheizung

Wer langfristig denkt: Eine Wärmepumpe mit Ökostrom ist in der Klimabilanz besser als jeder Biogas-Tarif – und spart langfristig mehr Geld. Die Entscheidung hängt vom Gebäude, der Wärmedämmung und dem verfügbaren Budget ab.

Vergleich Gasheizung + Biogas Wärmepumpe + Ökostrom
CO₂-Emissionen Reduziert (~50 % weniger bei 100 % Biogas) Sehr gering (bei Ökostrom nahezu null)
Betriebskosten Gas + Aufschlag 1–2 ct/kWh Bei COP 3: 1/3 der Energiekosten
Investition Keine (gleiches System) 15.000–25.000 € (mit Förderung ab 10.000 €)
Förderung 2026 Keine staatliche Förderung BEG-Förderung bis 70 % (BAFA)

Häufige Fragen zu Biogas-Tarifen

Kommt bei Biogas-Tarif wirklich anderes Gas an?
Nein. Das Gasnetz transportiert immer eine Mischung. Der Unterschied liegt nur im Zertifikat: Ihr Anbieter hat für Ihren Anteil ein Biomethan-Herkunftszertifikat erworben. Das fördert indirekt die Biomethan-Produktion, aber durch Ihre Leitung fließt dieselbe Gasmischung wie bei jedem anderen Kunden.
Lohnt sich Ökogas für den Klimaschutz?
Begrenzt. Echtes Biomethan aus Abfällen hat eine gute Klimabilanz. Aber das Angebot ist begrenzt, Zertifikate können auch aus fragwürdigen Quellen kommen. Wer wirklich etwas für das Klima tun will, investiert besser in eine Wärmepumpe oder eine bessere Gebäudedämmung.
Wie teuer ist Biogas im Vergleich zu normalem Gas?
Der Aufschlag liegt bei ca. 0,5–2 ct/kWh, je nach Biogas-Anteil. Bei 100 % Biogas und 15.000 kWh Jahresverbrauch zahlen Sie 150–300 € mehr als beim günstigsten Erdgastarif. Ob das gerechtfertigt ist, müssen Sie selbst entscheiden – aber ein normaler Anbieterwechsel spart oft mehr als der Ökogas-Aufschlag kostet.
Gibt es unabhängige Labels für Ökogas?
Ja, allerdings weniger verbreitet als beim Ökostrom. Zu beachten sind: Das DVGW-Biogasregister (Deutschland) für zertifiziertes Biomethan sowie das EKOenergy-Label für erneuerbare Gase. Anbieter mit diesen Zertifizierungen sind transparenter als solche mit reinen Eigenaussagen.

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