Stromanbieter ohne Vorauskasse 2026: Wer liefert ohne Kaution oder Vorkasse?
Stromanbieter können bei schlechter Bonität oder negativer SCHUFA eine Vorauskasse, Kaution oder Vorauszahlung verlangen. Manche verweigern den Vertragsabschluss ganz. Dieser Ratgeber zeigt, welche Anbieter-Kategorien ohne Vorkasse liefern, was die Rechtslage ist – und welche Alternativen Sie haben.
Das Wichtigste auf einen Blick:
- Grundversorger MUSS Sie versorgen – ohne Kaution und ohne SCHUFA-Prüfung (§ 36 EnWG)
- Sondervertragsanbieter dürfen Kaution oder Vorauszahlung verlangen
- Kaution darf maximal 3 Monatsabschläge betragen
- Nach Ablauf der Vertragslaufzeit muss die Kaution verzinst zurückgezahlt werden
- Viele regionalen Versorger und manche bundesweite Anbieter verzichten auf Kaution
- Prepaid-Strom: 100 % ohne SCHUFA, aber meist teurer als günstige Sonderverträge
Wann verlangen Stromanbieter Vorauskasse oder Kaution?
Nicht alle Anbieter fordern Vorauszahlungen. In der Regel passiert das in folgenden Situationen:
Wenn Sie offene Stromschulden, Inkasso-Einträge oder einen Score unter einem bestimmten Schwellenwert haben. Viele Billiganbieter prüfen die SCHUFA und lehnen ab oder verlangen Kaution.
Wenn Sie bei einem früheren Anbieter Schulden hinterlassen haben, kann dieser Sie bei einem Neuvertrag mit Vorauszahlung belegen.
Laufende Insolvenzverfahren oder aktive Inkasso-Vorgänge erhöhen das Risiko einer Ablehnung oder Kautionsforderung deutlich.
Manche Anbieter verlangen zwingend Lastschrifteinzug. Wer kein Konto hat oder kein Lastschriftmandat erteilen kann, wird abgelehnt oder zur Vorauskasse aufgefordert.
Ihre Rechte: Grundversorgungspflicht schützt Sie (§ 36 EnWG)
Das Wichtigste, was Sie wissen müssen:
Der Grundversorger in Ihrem Netzgebiet (in der Regel der lokale Stadtwerke- oder Energieversorger mit dem größten Marktanteil) ist gesetzlich verpflichtet, jeden Haushaltskunden in seinem Versorgungsgebiet mit Strom zu versorgen – und zwar ohne SCHUFA-Prüfung und ohne Kaution.
Der Grundversorger darf allerdings auf Vorauskasse umstellen, wenn Sie bereits in Zahlungsverzug sind (§ 19 Abs. 5 StromGVV). Neu abgeschlossene Grundversorgungsverträge darf er aber nicht von Beginn an mit Kaution versehen.
Anbieter-Kategorien: Wer liefert ohne Kaution?
| Anbieter-Typ | SCHUFA-Prüfung | Kaution möglich? | Preisniveau |
|---|---|---|---|
| Grundversorger (§ 36 EnWG) | Nein – gesetzlich verboten | Nein bei Neukunden | Teuer (30–45 ct/kWh) |
| Regionale Stadtwerke (Sonderv.) | Manchmal | Selten | Mittel (26–34 ct/kWh) |
| Überregionale Günstiganbieter | Ja (Score-Prüfung) | Möglich bei SCHUFA-Eintrag | Günstig (22–27 ct/kWh) |
| Prepaid-Strom-Anbieter | Nein | Nein (Vorauszahlung = Prinzip) | Mittel bis teuer |
| Sozialtarife (z.B. NRW) | Nein | Nein | Günstig (regional) |
Kaution beim Stromanbieter: Wie hoch darf sie sein?
Wenn ein Sondervertragsanbieter eine Kaution verlangt, gibt es klare gesetzliche Grenzen:
- Maximal 3 Monatsabschläge als Einmalzahlung oder Bankbürgschaft
- Alternativ: monatliche Vorauszahlung in Höhe eines Abschlags
- Bei Vertragsende oder nach Nachweis verbesserter Bonität: Rückzahlung mit 4 % Zinsen p.a.
- Sie können eine Bankbürgschaft statt Bargeldkaution anbieten
⚠️ Vorsicht bei sehr hohen Kautionsforderungen
Fordert ein Anbieter mehr als 3 Monatsabschläge, ist das rechtswidrig. In diesem Fall: schriftlich widersprechen, auf § 14 Abs. 1 StromGVV verweisen und notfalls zur Verbraucherzentrale wenden.
Prepaid-Strom: Die SCHUFA-freie Alternative
Prepaid-Stromtarife funktionieren wie eine Prepaid-SIM-Karte: Sie zahlen vorab ein Guthaben ein und verbrauchen es. Keine SCHUFA, keine Kaution, keine Abschlussrisiken.
Vorteile Prepaid-Strom
- Keine SCHUFA-Prüfung
- Keine Kaution nötig
- Kein Lastschriftmandat erforderlich
- Monatlich kündbar
Nachteile Prepaid-Strom
- Meist teurer als günstige Sonderverträge
- Muss aktiv aufgeladen werden
- Sperrgefahr bei Vergessen
- Weniger Auswahl am Markt
Checkliste: Was tun, wenn der Stromwechsel abgelehnt wurde?
Einmal im Jahr kostenlos auf schufa.de. Prüfen Sie, ob falsche oder veraltete Einträge vorhanden sind. Fehlerhafte Einträge können Sie löschen lassen.
Städtische Stadtwerke und regionale Versorger sind oft weniger streng als überregionale Günstiganbieter bei der Bonitätsprüfung. Fragen Sie direkt an.
Wenn ein günstiger Anbieter eine Kaution verlangt: Zahlen Sie und vereinbaren Sie schriftlich, nach 12 Monaten pünktlicher Zahlung eine Bonitätsprüfung zur Kautionsrückgabe.
Kein Anbieter nimmt Sie ohne Kaution? Der Grundversorger muss. Zwar teurer, aber sicherer. Danach nach 12–24 Monaten erneut nach günstigerem Tarif suchen und Bonität verbessern.
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